Okklusion

Die optimalen Bissverhältnisse

Die Funktion des Kiefergelenks wird in unserer Praxis, bei jeder Befundung, in einem Schnelltest auf das Vorliegen einer evtl. bestehenden Pathologie überprüft. Es erfolgt eine klinische Funktionsanalyse. 45% der untersuchten Patienten weisen einen okklusal stabilen Status auf, d.h. ihr Biss ist gleichmäßig auf alle Zähne verteilt und das bedeutet, dass wenn der Patient schluckt, die Seitenzähne in Kontakt stehen, während auf den Frontzähnen keine Berührungskontakte zu finden sind. In Funktion, d.h. beim sprechen, lachen, essen erfolgt eine Entkopplung im Seitenzahnbereich, so schützen die Frontzähne die Seitenzähne vor unphysiologischen Abrieb.

Nach der empfohlenen Diagnostik von Prof. Bumann erfolgen Handgriffe, mit welchen die Kaumuskulatur und die damit eng in Zusammenhang stehende Gesichts- und Nackenmuskulatur untersucht wird, ergänzt um ein Protokoll, wie der Patient beisst, wenn so viel wie möglich Zähne in Kontakt stehen und wie er beisst, wenn der Unterkiefer nach links bzw. rechts geschoben wird. Vor- und Rückbewegungskontakte des Unterkiefers des Patienten, werden protokolliert. Desweiteren wird eine Stresssituation simuliert, in welcher der Patient gebeten wird, mit den Zähnen im Dauerkontakt zu sein ( Knirschen, was in der Fachsprache Bruxieren genannt wird).

Funktionsanalyse

Bei 55% der Patienten ist es empfehlenswert eine instrumentelle Funktionsanalyse durchzuführen. In Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen Meisterlabor erfolgt die Analyse, inwieweit Früh- oder Fehlkontakte in Bewegung und Ruhe (statische und dynamische Okklusion) beim Patienten zu finden sind. In Rücksprache mit Zahntechnikern, erfolgt bei Notwendigkeit ein diagnostisches Einschleifen, was bei 92% der Patienten wiederum zum optimalen Biss führt.

Fehlpositionen des Kiefergelenks können auf der Grundlage dieser Auswertung der Okklusionsprotokolle leicht gefunden werden und die Entscheidung zur Indikation einer Entlastungs-,Entspannungs- oder Positionierungsschiene wird vereinfacht und differenzialdiagnostisch sicherer. Schmerzen werden reduziert und dem Fortschreiten von Kiefergelenkserkrankungen wird vorgebeugt.