MIH

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

MIH bezeichnet eine spezielle Form von Schmelzbildungsstörungen des Zahnes. Dabei kommt es genau an den ersten Inzisiven (mittlerer Schneidezähne) und Molaren (erste große Backenzähne), aufgrund des geringeren Mineralgehalts und damit porösen Struktur, zu Schmelzdefekten.Typisch klinisches Zeichen der MIH sind braune, gelbliche und weiße Schmelzbereiche an den betroffenen Zähnen. Diese Zähne brechen bereits in diesem Zustand in die Mundhöhle durch und können nach kurzer Zeit, durch Kaukräfte, bereits Abbrüche von Schmelzanteilen aufweisen.

Durch diese Abbrüche kommt es zur Freilegung, des darunter liegenden, stark nerval versorgten Dentins, welches zu erhöhter Sensibilität auf chemische und physikalische Reize führt. Diese Symptomatik zeigt sich bereits beim Essen, Trinken und Zähneputzen. Die Abbrüche führen auch zu einer extremen Kariesanfälligkeit der betroffenen Zähne, da der schützende Schmelzmantel nicht intakt ist oder sogar komplett fehlt.

Ursachen von MIH

Die Ursachen liegen wahrscheinlich an Noxen, die während der Zahnbildung auf den Organismus wirken und Entwicklungsstörungen verursachen, wie beispielsweise Ernährungsmangel oder allgemeine Infektionen. Auch Umweltfaktoren (Antibiotika) stehen im Verdacht auslösende Faktoren zu sein. Man vermutet das diese MIH verursachenden Noxen, im Zeitraum von der Geburt bis zum 3. Lebensjahr wirksam sein müssen, da in diesem Zeitraum die Schmelzbildung der betroffenen Zähne stattfindet.

Bei der Therapie stellen sich zwei Hauptprobleme der MIH Zähne dar. Zum einen die extreme Hypersensibilität der betroffenen Zähne, durch die sich eine sichere Schmerzkontrolle schwierig gestalten lässt. Zum anderen stellt die veränderte Struktur des Zahnschmelzes die Behandler vor große Probleme. Durch diese veränderte Struktur muss entschieden werden, wie ausgedehnt die Restauration zu erfolgen hat, um weitere Abbrüche und Karies zu vermeiden. Die Ausdehnung der Rekonstruktion des geschädigten Zahnes muss sich im gesunden Zahnschmelz befinden, um Randfrakturen der Kunststofffüllungen zu vermeiden. Kunststoff muss als langfristiges Füllungsmaterial an den defekten MIH Zähne verwendet werden, da alle anderen möglichen Materialen (Amalgam, Zemente) keinen Halt und Schutz vor Sekundärkaries garantieren.

Das Hauptproblem dieser Erkrankung ist die Überlagerung mit Karies. Der wesentliche Anteil der Zerstörung dieser Zähne kann der Karies zugeordnet werden. Daher muss das Kariesrisiko herabgesetzt werden. Dies erfolgt durch die Reduktion von kariogenen Nahrungsmitteln, regelmäßige Kontrollen (vierteljährlich) und Fluoridierungen, sowie einer optimalen Mundhygiene.