Periimplantitis

Auch Implantate können sich lockern

Die Periimplantitis zeichnet sich grundsätzlich durch eine gemischte anaerobe Mikroflora aus, die von gram-negativen Bakterien dominiert wird. Das durch die Infektion verursachte entzündliche Zellinfiltrat ist bei der Mukositis, eine Entzündung der Schleimhaut, auf das periimplantäre Weichgewebe begrenzt. Bei der Periimplantitis erreicht diese das knöcherne Implantatlager.

Klinisch stellt sich in beiden Fällen die Blutung auf Sondierung dar, die bei der Periimplantitis von einer Zunahme der Sondierungstiefe begleitet wird. Bei fortgeschrittener Schädigung kann zudem eine faulige Sekrektion als diagnostisches Kriterium für eine Periimplantitis herangezogen werden. Weder mukosale noch periimplantäre Infektionen verursachen eine direkte Schmerzsymptomatik, so dass die subjektive Beschwerdefreiheit des Patienten nicht als diagnostisches Kriterium Verwendung finden sollte. Plötzlich auftretende Beschwerden beim Kauen können allerdings als Hinweis gewertet werden.

Die rechtfertigende Indikation zur Anfertigung einer Röntgenaufnahme ergibt sich aus einer klinischen Untersuchung, die die Verdachtsdiagnose Periimplanatitis eindeutig begründet. Eine intraorale Zahnfilmaufnahme dient als Standard, jedoch stellt eine dreidimensionale Aufnahme die Ausdehnung der Knochenresorption besser dar. Zahlreiche klinische Untersuchungen konnten einen direkten Zusammenhang zwischen bakteriellen Plaque-Biofilm und der Entstehung periimplantärer Infektionen belegen.

Von Parodontitis zu Periimplantitis

Die etablierte Periimplantitis zeigt ein im Vergleich zu einer Parodontitis weiter zur Wurzel hin reichendes, entzündliches Zellinfiltrat. Eine unphysiologische Überbelastung beim Kauen sowie eine raue Implantatoberfläche begünstigt zudem einen schnelleren Krankheitsverlauf der Periimplantitis. Eine mechanische Reinigung mit Handinstrumenten und lokaler Applikation von Chlorhexidin stellt nur eine begrenzte Effektivität dar. Bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine chirurgische Behandlung zu besseren Behandlungsergebnissen führen kann als die nichtchirurgische Therapie.

Grundlegend sollten chirugische Verfahren nur nach vorausgehender nichtchirugischer Initialtherapie, sowie kritischer Abwägung der Risikofaktoren, in Betracht gezogen werden. Ein patientenspezifisches Recallintervall sollte die diagnostischen Kriterien für periimplantäre Infektionen engmaschig kontrollieren um einen Therapiebedarf rechtzeitig feststellen.